undadunda....
sprache ist unwahrscheinlich irreführend und vielfältig. das werden wir uns heute am beispiel von UNDADUNDA verdeutlichen. aber, hey.... es könnte sein, dass sie sich irren! undadunda kommt weder aus dem afrikanischen, noch aus dem türkischen. auch, wenn es sich komisch anhören mag: hier handelt es sich um einen ur-allgäuerischen ausdruck. allgäu, sie wissen schon, dort wo die milchkühe grasen und viele leute urlaub machen.

dort, wo schloss neuschwanstein in seinem glanz bis nach japan erstrahlt, einer der südlichsten zipfel unseres deutschen landes. keine angst, dort spricht man auch deutsch. und mittlerweile dürfte ja bekannt sein, dass sich kein grosses europäisches volk, aus so vielen fremden kulturen' zusammensetzt, wie das deutsche. zumindest hat das u.a. BERNT ENGELMANN in seinem buch "DU DEUTSCH? Geschichte der Ausländer in unserem Land, bereits 1984 eindrucksvoll beschrieben.
"Soll man eine Schätzung wagen, so dürften nicht vierzig, wahrscheinlich kaum dreissig Prozent des heutigen deutschen Volkstums als germanisch bezeichnet werden. ...Allgemein lässt sich sagen, hat VEIT VALENTIN in seiner 'Geschichte der Deutschen' dazu bemerkt, 'dass der Westen und Südwesten Deutschlands keltorömischen' - 'römisch' ist, wie Valentin an anderer Stelle betont, nur als Sammelbezeichnung für die von uns schon erwähnten Ansiedler aus dem ganzen Mittelmeerraum zu verstehen -, 'der Nordwesten germanischen, die Mitte und der Süden kelto-germanischen, der Südosten kelto-slawischen, der Osten germano-slawischen Charakter trägt. Der vorindoeuropäische Einschlag kam besonders in den Alpenländern und im Mittelgebirge....zur Geltung."(S.63)
manch einen dürften die allgäuer-lautmalereien jedenfalls sehr ausländisch anmuten.
selbst bei 'eingefleischten' allgäuern gelten 'ummadumma', 'obadoba', 'undadunda', 'ussadussa', 'innadinna' und 'heanadeana' als A SCHWIERIGERE LEKTION: manches ist eben gar nicht so leicht....vor allen dingen, wenn man es schwer nimmt.....v.wg. WORTKUNST.....(haha).....dunda = unten (wenn man selber oben ist)
unda/hunda = unten (wenn man selber auch unten ist)
(h)oba = oben (wenn man selber oben ist)
doba = oben (wenn man selber unten ist)
heana(t )= herüben (sagt man wenn man selber auch dort ist)
deana(t )= drüben (sagt man wenn man selber nicht dort ist)
inna = innen (wenn man selber aussen ist)
dinna = innen (wenn man selber drinnen ist)
(h)ussa = herausen (wenn man selber draußen ist)
dussa = draussen (wenn man selbst drinnen ist)
hinda = hinten (wenn man selbst vorn ist - und man ist im allgäu immer vorne)
virra = vorne (wenn es vorwärts gehen soll)
damit dürfte zumindest das streben des 'deutschen wesens' beim allgäuer hinlänglich spezifiziert worden sein, besteht doch sein leben aus der hin- und hergerissenheit zwischen dem ort (auch topos), an dem ER/Sie gerade ist und dem ort, an dem man gerne wäre, den man sich ersehnt wie den himmel ....oder den man verabscheut wie die hölle ...ganz tief unten oder ganz oben......so kommen übertreibungen zu stande.....freud nannte es sublimierung .....bei den allgäuern heisst es, weil es nichts in reinform gibt: obadoba und undadunda ......es sei denn, sie sorgen mit ummadumma ab und zu für ausgleich.....

"Soll man eine Schätzung wagen, so dürften nicht vierzig, wahrscheinlich kaum dreissig Prozent des heutigen deutschen Volkstums als germanisch bezeichnet werden. ...Allgemein lässt sich sagen, hat VEIT VALENTIN in seiner 'Geschichte der Deutschen' dazu bemerkt, 'dass der Westen und Südwesten Deutschlands keltorömischen' - 'römisch' ist, wie Valentin an anderer Stelle betont, nur als Sammelbezeichnung für die von uns schon erwähnten Ansiedler aus dem ganzen Mittelmeerraum zu verstehen -, 'der Nordwesten germanischen, die Mitte und der Süden kelto-germanischen, der Südosten kelto-slawischen, der Osten germano-slawischen Charakter trägt. Der vorindoeuropäische Einschlag kam besonders in den Alpenländern und im Mittelgebirge....zur Geltung."(S.63)
manch einen dürften die allgäuer-lautmalereien jedenfalls sehr ausländisch anmuten.
selbst bei 'eingefleischten' allgäuern gelten 'ummadumma', 'obadoba', 'undadunda', 'ussadussa', 'innadinna' und 'heanadeana' als A SCHWIERIGERE LEKTION: manches ist eben gar nicht so leicht....vor allen dingen, wenn man es schwer nimmt.....v.wg. WORTKUNST.....(haha).....
unda/hunda = unten (wenn man selber auch unten ist)
(h)oba = oben (wenn man selber oben ist)
doba = oben (wenn man selber unten ist)
heana(t )= herüben (sagt man wenn man selber auch dort ist)
deana(t )= drüben (sagt man wenn man selber nicht dort ist)
inna = innen (wenn man selber aussen ist)
dinna = innen (wenn man selber drinnen ist)
(h)ussa = herausen (wenn man selber draußen ist)
dussa = draussen (wenn man selbst drinnen ist)
hinda = hinten (wenn man selbst vorn ist - und man ist im allgäu immer vorne)
virra = vorne (wenn es vorwärts gehen soll)
wildwuchs - Mo, 26. Jun, 14:54