das stöhnen .....
manchmal habe ich einfach irgendwie sätze im kopf, melodiefetzen, buchtitel, bilder ..... manchmal denke ich, ES macht, was ES will. aber das passiert nur, wenn ich zeit habe. dann, wenn mir nicht eine ellenlange liste von aufgaben und dingen, die ich nicht vergessen darf, die stirn verhängen. und ich geniesse diese blitze. sie zeigen mir, dass ich innerlich noch in bewegung, noch nicht abgestorben bin. vielleicht sind diese fetzen ja immer da. vielleicht richte ich meine aufmerksamkeit aber eben nur, wenn ich nicht unter druck stehe darauf. fakt ist, dass ich grad vorher beim kaffeekochen den satz vom stöhnen meines mitmenschen vom klo nebenan im kopf hatte. er ist von konstantin wecker. im buch 'Konstantin Wecker, Lieder und Gedichte', finde ich es unter, 'Ich will noch eine ganze Menge leben', von 1978, auf seite 196. damals war er noch richtig böse, seine wortwahl drastisch ....
vorher über kapitalmärkte gesprochen
mit allem geschmückt
was man in seiner situation benötigt
unter anderem dieser schwungvolle
südafrikagang
dieses miniimperialistenlächeln
selbst in den ellenbogenspitzen
noch als senatorklassemensch erkennbar.
und jetzt hockt er auf dem
airportscheisshaus
kaum eine armlänge entfernt von mir
unüberriechbar
und stöhnt.
ich kann leider seine anstrengungen nicht sehen
diesem akt der nackten menschlichkeit
vornehme würde zu verleihen -
umsonst.
er stöhnt nicht anders, als einer dieser
stinkenden nigger
die er so gerne zum arschauswischen
abkommandieren würde
nur eben ängstlicher hilfloser.
ich denke
das ist der punkt wo man sie kriegen müsste:
beim scheissen.
knöpfchen drücken.
runterspülen.
fertig.
mir treibt das gedicht fast ein lächeln ins gesicht, das allerdings durch den durch die zeilen schimmernden hass sofort gefriert ....
was bleibt ist eine art ohnmacht.
vorher über kapitalmärkte gesprochen
mit allem geschmückt
was man in seiner situation benötigt
unter anderem dieser schwungvolle
südafrikagang
dieses miniimperialistenlächeln
selbst in den ellenbogenspitzen
noch als senatorklassemensch erkennbar.
und jetzt hockt er auf dem
airportscheisshaus
kaum eine armlänge entfernt von mir
unüberriechbar
und stöhnt.
ich kann leider seine anstrengungen nicht sehen
diesem akt der nackten menschlichkeit
vornehme würde zu verleihen -
umsonst.
er stöhnt nicht anders, als einer dieser
stinkenden nigger
die er so gerne zum arschauswischen
abkommandieren würde
nur eben ängstlicher hilfloser.
ich denke
das ist der punkt wo man sie kriegen müsste:
beim scheissen.
knöpfchen drücken.
runterspülen.
fertig.
mir treibt das gedicht fast ein lächeln ins gesicht, das allerdings durch den durch die zeilen schimmernden hass sofort gefriert ....
was bleibt ist eine art ohnmacht.
wildwuchs - Fr, 11. Aug, 09:26
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